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Ausstellungen im Hans-Thoma-Kunstmuseum

Karl Bartels , Schönau (C) HTK
Zurück ins Rampenlicht

Gemälde aus einer süddeutschen Privatsammlung zu besichtigen ab 19. Dezember 2021.

Die neue Sonderausstellung, die man getrost als „das“ Kunstereignis der Hochschwarzwälder Wintersaison ansprechen kann, macht Kunst sichtbar, rückt solche Kunstwerke ins Rampenlicht, die die Öffentlichkeit sonst nicht zu Gesicht bekommt, weil sie normalerweise in den Privaträumen eines Sammlerehepaars hängen. Die Bernauer Präsentation hat aber noch mehr zu bieten. Sie erläutert beiläufig eine schöne Passion, eine Leidenschaft. Das Sammeln von Kunst kann in gewisser Weise „Leid“ hervorrufen, Leiden schaffen, vor allem dann, wenn es einmal nicht gelingt, ein Objekt der Begierde zu erreichen. Das wichtigste Werk ist, wie jeder echte Sammler nur zu gut weiß, stets jenes, das man noch nicht besitzt.

Unsichtbare Schätze werden erschlossen

Sammeln vermag freilich auch die Ursache für größte Freude zu sein, wenn beispielsweise der Bestand an Bildern nach und nach erweitert und abgerundet werden kann. Oder wenn ein Teil des eigenen Sammlungsbestandes für einen begrenzten Zeitraum in einem öffentlichen Museum zu sehen ist und so, neu gehängt in neutralen Räumen, in einem gänzlich anderen Licht erscheint. Mindestens ebenso groß ist die Freude in einem solchen Fall allerdings auch für alle Kunstfreundinnen und Kunstfreunde, die in den Genuss von Werken kommen, die normalerweise nicht betrachtet werden können.

Die Sammlung Beringer / Hoffmann, die nun in Teilen im Hans-Thoma-Kunstmuseum Bernau ausgestellt wird, besitzt zudem große Qualität und ein klares Profil. Außerdem ist sie erstklassig gepflegt und befindet sich in einem konservatorischen Zustand, wie er selbst in staatlichen und kommunalen Häusern nur selten anzutreffen ist. Sie widmet sich der sogenannten „anderen Moderne“, wendet sich also südwestdeutschen und schweizerischen Künstlern zu, die weder zur Avantgarde gehörten noch der Abstraktion den Weg bereiteten. Unter anderem konzentriert sich die große Bernauer Ausstellung auf Werke von Karl Bartels, Hans Brasch, Julius Heffner, Adolf Hildenbrand, Hans Lembke, Emil Lugo und Hans Sturzenegger. Erst mit diesen und manchen anderen Künstlerinnen und Künstlern gewinnt man einen unverfälschten Blick auf die „Moderne“ mit all ihrer Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen. Die Präsentation gibt Einblick in die Kunst des Produzierens, des Sammelns und Bewahrens. Sie ist ein Fest fürs Auge!

Dr. Jürgen Glocker
 

Das Hans-Thoma-Kunstmuseum

Auf zwei Etagen präsentiert sich das Hans-Thoma-Kunstmuseum im Gebäude des Rathauses in Bernau, Ortsteil Innerlehen (im 2. und 3. Stockwerk). Immer zu sehen sind auf der 1. Etage des Museums die Dauerausstellung mit Werken von Hans Thoma und die kleine Ausstellung des Feldberg-Malers Karl Hauptmann. Die Preisträger oder Sonderausstellungen finden Sie auf der 2. Etage des Museums, die auch wegen ihrer schönen lichten Holzarchitektur eine Augenweide ist.

Folgende Ausstellungen sind ständig zu sehen:

Sonderausstellungen:

Vier Mal im Jahr zeigt das Museum Sonderausstellungen. Das können Werkschauen einzelner Künstler oder thematische Ausstellungen sein. Eine der Sonderausstellungen ist jedes Jahr von August bis September entweder dem Preisträger des Hans-Thoma-Kunstpreises oder des Naturenergie-Förderpreises gewidmet.
Hans Thoma
Ein Streifzug durch die Bilderwelten von Hans Thoma: Mehr als 50 Gemälde und Grafiken präsentiert das Museum.
Karl Hauptmann
So schön war einst der Schwarzwaldwinter: Beeindruckende Gemälde von Karl Hauptmann
Preisträger
Kunst aus Papier, Metall, Holz oder gemalt: Das Hans-Thoma-Museum zeigt seine moderne Seite.
Jahresprogramm
Sonderausstellungen im Hans-Thoma-Kunstmuseum.

15.8.2021 - 14.11.2021
Hans Thoma Preis 2021
an Ulrike Ottinger

Zurück ins Rampenlicht
Bilder aus der Region von Dischler, Hefner, Bartels u.v.a.
19.12.2021 - 24.4.2022

Flattermann
Skulpturen, Zeichnungen und Performance von
Thomas Putze
1.5.2022 - 30.7.2022