Bernau Hans Thoma Kunstmuseum Gemälde Hans Thoma, Bernauer Tal, 1904
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Hans-Thoma-Kunstmuseum in Bernau im Schwarzwald

Liebe Freunde der Bernauer Museen,

HURRA!!!
Wir öffnen wieder für Sie, liebe Museumsfreunde, und Anmeldung und die „3 Gs“ werden nicht mehr benötigt. Solange die Inzidenzzahl weiterhin unter 35 bleibt.

Für den Besuch der Museen benötigen Sie das Datenblatt, das Sie hier herunterladen können. Zudem hätten Sie auch die Möglichkeit sich über die Luca-App oder die Corona-Warn-App online in unseren Museen zu registrieren.
In unseren Museen muss man eine medizinische Maske tragen.

Besuchen Sie unsere Ausstellung jetzt schon unter folgendem Link:

https://eye-key.info/HT/index.html
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Wir freuen uns dann auf Ihren Besuch!

Margret Köpfer und Vanessa Heitmann
Pia Kohlbrenner und Carmen Mutterer
Covid-19 Schnellteststation Bernau im Schwarzwald
auf dem Betriebsgelände Fa. Spiegelhalter Holzleisten
Gewerbestr. 8, Bernau Weierle
Montag 7 - 11 Uhr
Donnerstag 16 - 19 Uhr
Freitag 16 - 17 Uhr
Samstag 18 - 19 Uhr
Weitere Infos unter: Praxis Dr. Bork, praxiszentrum-bernau.de
Buchen Sie Ihren Termin über: Teststation-Bernau.Probatix.de
Otto Dix, Mädchen mit Sonnenblume (C) HTK
Von Jürgen Glocker

Der Kulturhunger ist groß zurzeit. Und in Bernau kann er nach Herzenslust gestillt werden. Außer einer Sonderausstellung mit dem Thema „Trialog“ und der Dauerausstellung zu Hans Thoma ist im Bernauer Kunstmuseum unter anderem auch viel moderne ‚Prominenz‘ zu bewundern. Zwar steht derzeit keine Einzelpräsentation zum Werk von Otto Dix auf dem Programm. Dennoch hat das Haus, neben zahlreichen anderen Bildern und Skulpturen international bekannter Künstlerinnen und Künstler, ein ebenso wertvolles wie schönes Blatt von eben jenem berühmten Otto Dix zu bieten: eine Farblithographie aus dem Jahr 1966, die der Künstler sogar dem Thoma-Museum handschriftlich gewidmet hat. Denn 1967, zwei Jahre vor seinem Tod, wurde Dix mit dem Hans-Thoma-Staatspreis des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet. Die Lithografie ist das Symbol der Wiedereröffnung nach langer Corona-Pause, sie ist das Bernauer Bild des Monats. „Wir freuen uns sehr, dass wir unsere Ausstellungen nun endlich wieder öffnen können“, sagte Museumsleiterin Margret Köpfer.

Ein Bild vom Einklang mit der Natur

Das Litho ist groß. Es misst 53 x 69 Zentimeter und zeigt zwei Kinder an einem bräunlichen Tisch, der, so darf man vermuten, in einem Garten steht. Überhaupt herrschen Farbtöne vor, die man in der Natur antrifft – obwohl die Wahl der Farben keinem realistischen Konzept folgt. Die große Sonnenblume ist braun und gelb, grüne Blätter kommen hinzu, die Haare der Kinder leuchten grünlich-blond, das Licht, das den Bildhintergrund überstrahlt, scheint sonnengelb und ist zugleich von einem zarten Himmelsblau; blassrote Kontrapunkte machen die ausgewogene spätexpressionistische Komposition perfekt. Die Sonnenblume lässt die Lithografie zu einem Bild der Reife werden; zugleich steht es für Anfang, Kindheit, Jugend und einen Aufbruch, der im Rahmen einer friedvollen und anmutigen Idylle stattfindet, die im Einklang mit einer üppig gedeihenden Natur steht.

Begonnen hatte der 1891 in Untermhaus (Gera) geborene Otto Dix ganz anders. Zunächst prägten seine Erlebnisse während des Ersten Weltkriegs die künstlerische Arbeit. So entstand in den frühen zwanziger Jahren beispielsweise das Werk „Schützengraben“, das bedeutendste Antikriegs-Bild seiner Zeit. Es wurde vom Wallraff-Richartz-Museum angekauft, machte Sensation und beherrschte lange Zeit die Feuilletons. Otto Dix war „ein Maler des bitteren und grotesken Ernstes, … der repräsentative Maler Deutschlands -vielleicht des heutigen Europa“ (Paul Ferdinand Schmidt, 1926). Mitte des Jahrzehnts beteiligte sich Dix an der epochalen Wanderausstellung zur Neuen Sachlichkeit, einer Kunstrichtung, der er den Stempel aufdrückte. Nach der Machtergreifung der Nazis verlor Otto Dix die Professur, die er seit 1927 an der Dresdener Kunstakademie innegehabt hatte und zog sich an den Bodensee zurück. Zwei Wochen nach dem Attentat auf Hitler im Münchner Bürgerbräukeller wurde der Künstler vorübergehend von der Gestapo in Haft genommen (1939); nach seiner Entlassung ging Dix in die Innere Emigration. In der Nachkriegszeit wandte er sich erneut dem expressionistischen Stil zu. Willi Baumeister brachte Dix 1949 für eine Professur an der Stuttgarter Akademie ins Gespräch. Als man ihn jedoch aufforderte, Arbeitsproben einzureichen, lehnte Dix dankend ab. In den kommenden Jahren wurde der Künstler in West- und Ostdeutschland mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, so auch mit dem Hans-Thoma-Preis.
Walter Herzger, Sonnenblumen (C) HTK
Ein Klee-Schüler in Bernau:
Der lyrische Künstler Walter Herzger im Thoma-Museum
Vor 120 Jahren geboren

Von Jürgen Glocker


Ein Stillleben mit zwei parallel strukturierten Sonnenblumen vor einem weitgehend abstrahierten Hintergrund: Mit diesem Ölbild ist der aus Leipzig stammende Maler, Zeichner und Graphiker Walter Herzger im Bernauer Hans-Thoma-Kunstmuseum vertreten. Gelb-, Grün-, Braun- und Blautöne herrschen vor. Eine angedeutete Hügellinie markiert den Horizont. Vieles bleibt offen und weitgehend den Assoziationen der Betrachtenden überlassen. Herzger las nicht nur intensiv Lyrik, u. a. Benn, Huchel, Kaschnitz und Krolow, sondern schrieb auch selbst Gedichte. Das lyrische Denken merkt man der wunderbaren Sonnenblumen-Komposition an, denn sie wirkt wie ins Bildnerische übertragene Poesie: Das Werk ist streng, beinahe symmetrisch aufgebaut, seine Elemente sind aufeinander abgestimmt und bezogen und insofern auf den ersten Blick leicht verständlich. Trotzdem bewahrt es, wie ein gutes Gedicht, eine unübersehbare Rätselhaftigkeit. Doch eines ist klar: Im engen Ausschnitt eines Stilllebens beschwört und feiert das Gemälde das ganz Große: die Schönheit der Welt. Es ist das Bild des Monats Juni im Hans-Thoma-Museum und ist in der Preisträger-Abteilung zu sehen.

Ein Schüler von Klee und Schlemmer

Geboren wurde Walter Herzger vor etwas mehr als 120 Jahren am 8. Dezember 1901. Nach dem Abitur und einem Semester Architektur an der Technischen Hochschule Dresden ließ er sich von 1921 bis 1924 bei Paul Klee und Oskar Schlemmer am Bauhaus in Weimar zum Maler und Graphiker ausbilden. Danach arbeitete er als Freier Künstler und hielt sich in Dresden, Paris, Frankfurt und Berlin auf. 1930 wurde Herzger von Gerhard Marcks an die Kunstschule Burg Giebichenstein (Halle / Saale) berufen. Dort war er Meisterschüler von Charles Crodel und übernahm die Leitung der Graphischen Werkstatt. Wie viele andere entfernten die Nazis Walter Herzger nach der Machtübernahme aus dem Amt. Harte, entbehrungsreiche Zeiten brachen damit für den Verfemten an. Bis 1939 hielt sich der Künstler in Palinuro bei Neapel auf, zuletzt mit der Malerin Gertraud von Harlessem, die er 1940 in Bremen heiratete.

Nach Kriegsdienst in Italien und Nordafrika als Dolmetscher, mehreren kleineren Verwundungen und Kriegsgefangenschaft lebte Walter Herzger in Hemmenhofen auf der Halbinsel Höri am Bodensee: in einer abbruchreifen Bauernhütte. Bis 1958 sicherte seine Frau den Lebensunterhalt der Familie, indem sie in einer Fabrik arbeitete. Erst in diesem Jahr wurde Herzger als Leiter einer Malklasse an die Kunstakademie Karlsruhe berufen, wo unter vielen anderen Peter Dreher sein Schüler war; 1959 erfolgte die Ernennung zum Professor. Und 1963 konnte er ein Haus bauen. Die Ehrungen kamen spät, aber nicht zu spät. Im Jahr 1975 wurde Walter Herzger Ehrenmitglied des Künstlerbundes Baden-Württemberg. Gleichfalls 1975 wurde ihm der Hans-Thoma-Staatspreis zuerkannt. Und 1981 folgte der Kunstpreis des Freundeskreises des Künstlerbundes Baden-Württemberg e. V. Vor 36 Jahren, am 24. Juni 1985, starb Walter Herzger in Gaienhofen. Er war „nach Otto Dix und Erich Heckel der dritte große Sachse aus dem Künstlerland Höri“, wie Herbert A. Baier nach seinem Tod schrieb. Und der intellektuellste der drei.

Weitere Infos unter: www.hans-thoma-museum.de


Bildunterschrift:

Das Bild des Monats Juni stammt von dem Thoma-Preisträger Walter Herzger © Hans Thoma Museum
Rabe auf Bär, 2020 (C) Thomas PutzeHans-Thoma-Kunstmuseum erhält neue Dauerleihgabe des Landes:
Ein Werk des Künstlers Thomas Putze


Im Hinblick auf die finanziellen Einbußen der freischaffenden Bildenden Künstlerinnen und Künstler durch die Corona-Pandemie hat das Kunstministerium Baden-Württemberg den Etat für die Kunstsammlung des Ministeriums auf 200.000 Euro verdoppelt. Außerdem wurden im Rahmen eines Sonderprogramms zusätzlich 100.000 Euro für Ankäufe nicht-staatlicher Museen ausgelobt. Diese Häuser konnten einen Antrag beim Ministerium stellen. Zusammen mit 13 anderen Museen aus dem Land kam das Bernauer Hans-Thoma-Kunstmuseum zum Zug. Das Haus erhält eine Holzskulptur des Künstlers Thomas Putze als Dauerleihgabe. „Es freut mich sehr, dass wir ein Werk Thomas Putzes dauerhaft bekommen. Es wird unsere Sammlung im Bereich der Gegenwartskunst wesentlich bereichern“, sagte Margret Köpfer, die Leiterin des Museums. „Wegen der Pandemie waren wir gezwungen, die für das Jahr 2020 geplante Putze-Schau zu verschieben. Sie ist jetzt für 2022 geplant, und wir hoffen, dass dieses Mal alles reibungslos über die Bühne geht.“

Ankauf einer Holzskulptur

Thomas Putze wurde 1968 in Augsburg geboren. Er absolvierte zunächst eine Ausbildung als Landschaftsgärtner, bevor er in Wuppertal das Studium der Theologie aufnahm. Später studierte er Bildhauerei an der Stuttgarter Kunstakademie bei den beiden Professoren und Thoma-Preisträgern Werner Pokorny und Micha Ullman. In den Jahren 2005 und 2006 erhielt Putze ein Graduiertenstipendium des Landes Baden-Württemberg. Für sein Werk, das er bereits in zahlreichen Ausstellungen präsentiert hat, wurde Thomas Putze mehrfach ausgezeichnet, so etwa mit dem Kunstpreis der Evangelischen Landeskirche 2012. Werke Putzes wurden u. a. von der Staatsgalerie Stuttgart, dem Forum Kunst Rottweil und der Sammlung LBBW angekauft.

Dass das Thoma-Museum nun eine Holzskulptur von Thomas Putze erhält, ist insofern besonders stimmig, als die künstlerische und kunsthandwerkliche Beschäftigung mit dem Material Holz in Bernau eine lange Tradition besitzt und bis in die Zeit Hans Thomas und über ihn hinaus zurückreicht. Putzes Werk „Rabe auf Bär“ (Linde/Tusche, 2018/2019, 110 x 50 x 45 cm), das künftig ein fester Bestandteil der Bernauer Sammlung sein wird, überschreitet geschickt die Grenzen naturalistischer Darstellung, obwohl es im Detail durchaus eine große realistische Anmutung besitzt. Dadurch eröffnet die Skulptur den Betrachterinnen und Betrachtern einen weiten Verständnis- und Assoziationsrahmen, der sich bis in die Bereiche der Emblematik und Symbolik erstreckt. Thomas Putze sagt über seine Tierbildnisse im Allgemeinen: „Wenn ich mich für Tiere interessiere, tauche ich in den Eindruck von dem wilden Wesen ab, die künstlerische Arbeit ist wie ein Auftauchen in die meist etwas unwirtlichere Realität des Materials und meiner selbst.“ In ihrer Doppelstruktur, die den Raben auf dem Kopf des Bären zeigt, mag die Skulptur im Übrigen an Werke Werner Pokornys erinnern, die gleichfalls zwei oder mehrere Bildelemente, Gefäße zum Beispiel oder Häuser, aufeinanderstapeln. Die Dauerleihgabe des Landes ist jedenfalls ein großer Gewinn für das Bernauer Museum.
Von Jürgen Glocker
In den über 50 Jahren seines Bestehens hat sich das Hans-Thoma-Kunstmuseum in Bernau einen exzellenten Ruf weit über den südlichen Schwarzwald hinaus erworben. Dazu trägt die umfangreiche Hans-Thoma-Ausstellung bei, die einen hervorragenden Einblick in das vielfältige Werk des Malers vermittelt. Ab 1890 war Thoma (1839-1924) viele Jahre Deutschlands beliebtester Landschafts- und Portraitmaler.

Kunst auf hohem Niveau

Biosphärengebiet Schwarzwald
(C) T. Stephan, BSGHurra!
seit dem 3. September 2019 gehören die Bernauer Museen der Partnerinitiative des Biosphärengebietes Südschwarzwald an. Wir freuen uns sehr, die ersten Kultureinrichtungen zu sein, die diesem Projekt angehören. Es war eine wunderschöne Feier mit der Übergabe der Urkunden am Holzschneflermuseum Resenhof mit der Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch !
Aufgebaut hat das Museum auch eine vielschichte Sammlung deutscher Kunst nach 1950: Mehr als 40 Werke von Preisträgern des renommierten Hans-Thoma-Kunstpreises und des Naturenergie-Förderpreises sind zu sehen und geben einen Einblick in das Kunstschaffen Baden-Württembergs von einst bis heute. Darüberhinaus bereichern interessante Sonderausstellungen das Hans-Thoma-Kunstmuseum und das Kulturangebot im Schwarzwald.


Wir freuen uns auf Ihren Besuch in Bernau,
Margret Köpfer, Museumsleitung und Team
 
Ausstellungen
Die Werke von Hans Thoma können Sie immer sehen. Schauen Sie, was das Museum sonst noch bietet.
Infos und Service
Eintritt, Öffnungszeiten und Bildergalerien: Informationen rund ums Museum.
Hans Thoma
Neugierig auf den Maler und Dichter Hans Thoma? Wissenswertes zum Künstler, der 1839 in Bernau geboren wurde.
Kunstpreise
Zwei Auszeichnungen holen moderne Kunst nach Bernau: Hans-Thoma-Preis und Naturenergie-Förderpreis.
Unsere Dauerausstellungen:
Hans Thoma: Gemälde, Grafiken, Majolika
Karl Hauptmann: Winterlandschaften
Hans-Thoma-Preisträger mit Otto Dix, Anselm Kiefer, Platino u.v.a.

Wechselausstellungen