Bernau Hans Thoma Kunstmuseum Gemälde Hans Thoma, Bernauer Tal, 1904
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Hans-Thoma-Kunstmuseum in Bernau im Schwarzwald

Betriebsferien 2021

Das Hans-Thoma-Kunstmuseum geht vom
15. November bis 15. Dezember 2021
in die Herbstferien.

Ab dem 16. Dezember sind wir wieder zu den üblichen Öffnungszeiten für Sie da.

Bleiben Sie gesund!
Ihr Museumsteam
Zelt der Ergtseg Dolmar
VERLÄNGERUNG
Man kann Margret Köpfer, der Leiterin des Bernauer Hans-Thoma-Kunstmuseums gegenwärtig die Freude anmerken, denn ihr Haus hat derzeit einen großen Erfolg zu verbuchen: „Wir freuen uns sehr, dass die Ausstellung von Ulrike Ottinger vom Publikum so gut angenommen wird. Trotz der Corona-Pandemie haben bis Ende September bereits mehr als 1800 Besucherinnen und Besucher die Präsentation der aktuellen Thoma-Preisträgerin gesehen. Und das Interesse ist ungebrochen. Daher haben wir uns dazu entschlossen, die Laufzeit der ausgesprochen sehenswerten Schau bis zum 14. November zu verlängern. Nach Gesprächen und Verhandlungen mit Frau Ottinger und der Sammlung Goetz ist dies möglich geworden. Dafür sind wir sehr dankbar.“

Die Ausstellung und der dazugehörige schöne Katalog treffen den Nerv unserer Zeit. In einer Welt, die mehr und mehr von Gegensätzen und Konflikten geprägt wird, macht sie das Verbindende sichtbar und zeigt, dass selbst Kulturen, die durch Ozeane und Kontinente getrennt sind, durch große Gemeinsamkeiten gekennzeichnet werden, durch „Erzählungen“, wie sie Mythen bieten. Das macht Ulrike Ottinger an den Beispielen von Mexiko und der Mongolei sichtbar. Und es bereitet Freude und beschert vor allem auch ästhetischen Genuss, der weitgereisten Künstlerin Ulrike Ottinger im Bernauer Kunstmuseum auf ihren Spuren zu folgen.
 

Kunst auf hohem Niveau

In den über 50 Jahren seines Bestehens hat sich das Hans-Thoma-Kunstmuseum in Bernau einen exzellenten Ruf weit über den südlichen Schwarzwald hinaus erworben. Dazu trägt die umfangreiche Hans-Thoma-Ausstellung bei, die einen hervorragenden Einblick in das vielfältige Werk des Malers vermittelt. Ab 1890 war Thoma (1839-1924) viele Jahre Deutschlands beliebtester Landschafts- und Portraitmaler.
Aufgebaut hat das Museum auch eine vielschichte Sammlung deutscher Kunst nach 1950: Mehr als 40 Werke von Preisträgern des renommierten Hans-Thoma-Kunstpreises und des Naturenergie-Förderpreises sind zu sehen und geben einen Einblick in das Kunstschaffen Baden-Württembergs von einst bis heute. Darüberhinaus bereichern interessante Sonderausstellungen das Hans-Thoma-Kunstmuseum und das Kulturangebot im Schwarzwald.
 
Monte Baldo
Die Ferien des Herrn Thoma
Exklusive Reisebilder im Bernauer Kunstmuseum

Von Jürgen Glocker

Die Urlaubssaison ist da, und zahlreiche Feriengäste sind bereits im Bernauer Hochtal wie im gesamten Südschwarzwald eingetroffen. Auch Hans Thoma war ein großer und begeisterter Reisender. Zwar suchte er, egal wo er seine Zelte aufgeschlagen hatte, ob in Karlsruhe, Düsseldorf, München oder Frankfurt, immer wieder seine Heimat auf; aber um der Kunst, der Menschen und der Landschaft willen zog es ihn auch in die Ferne. Nach Paris etwa, wo er Gustave Courbet und dessen Malerei kennenlernte, nach England und nicht zuletzt etliche Male nach Italien, das nicht erst seit Goethes italienischer Reise das Sehnsuchtsziel schlechthin der gebildeten Europäer und vor allem der Künstler und Schriftsteller war.

Freilich suchte Hans Thoma auf seinen Exkursionen in den Süden in erster Linie nicht Erholung, sondern vor allem Arbeit, Zeichen- und Mal-Arbeit vor dem Motiv. So schreibt er während der zweiten Italienreise am 9. April 1880 an seinen Freund Dr. Otto Eiser: „Neapel ist ganz merkwürdig, und der Maler kann hier recht in sein Element kommen; aber er müßte hier lange leben, so lange, bis er ruhig arbeitend über das hastige Skizzenmachen hinauskommt. Sorrent ist schön, und bei der Fülle der Orangengärten meinen wir, hier erst in Italien zu sein. Die Formen der Landschaft sind unglaublich kompliziert in Italien überhaupt und hier nun ganz besonders. Die Berge voll Schluchten, Felsen mit Architektur und Gärten in Terrassen, Höhlen in den Felsen, besonders unten am Meer. Wie angefüllt sieht so ein Stück Erde aus … und der Maler steht fast verzweifelt, so sehr er sich auch anstrengt mit seinem Skizzenbuch.“

Bilder einer versunkenen Welt

Das Hans-Thoma-Kunstmuseum besitzt nicht nur italienische Skizzenbücher seines Hauspatrons, sondern darüber hinaus ausgearbeitete Italienbilder. Zwei werden derzeit nicht im Magazin verwahrt, sondern ausnahmsweise im Thoma-Bereich des Hauses präsentiert. Es handelt sich zum einen um „Sorrent“ (Öl auf Leinwand, 1880, 37 x 60 cm), zum anderen um eine hinreißende Lithografie, die den Monte Baldo am Gardasee zeigt und sehr frühe Spuren des deutschen Japonismus aufweist.

Bei dem Sorrent-Gemälde handelt es sich um eine nahezu monochrome Arbeit, die lediglich von einigen wenigen weißen Kontrapunkten akzentuiert wird. Sie zeigt uns eine längst versunkene Welt, eine Landschaft, wie wir sie heute wohl kaum noch anzutreffen vermögen: Das ruhige Meer ist einer steilen Felsküste vorgelagert, an der nur eine Handvoll Gebäude auszumachen sind, im Mittelgrund ist ein einsames, kleines Boot angedeutet. Und der Himmel scheint die See zu spiegeln. Der archaische Charakter der stimmungsvollen Öl-Studie wird durch ihre Sepia-Töne und den weitgehenden Verzicht auf malerische Details zusätzlich verstärkt. Man gewinnt den Eindruck, dass Hans Thoma absolut keinen Anlass hatte, angesichts der Komplexität der italienischen Landschaft zu verzweifeln. Denn er überführte sie auf gekonnte Weise in Kunst, indem er ihr den Stempel seiner Interpretation aufdrückte. Auf andere Art als Böcklins „Toteninsel“ geriet ihm sein Sorrenter Seestück zu einem „Bild zum Träumen“.
 
Rabe auf Bär, 2020 (C) Thomas PutzeHans-Thoma-Kunstmuseum erhält neue Dauerleihgabe des Landes:
Ein Werk des Künstlers Thomas Putze


Von Jürgen Glocker

Im Hinblick auf die finanziellen Einbußen der freischaffenden Bildenden Künstlerinnen und Künstler durch die Corona-Pandemie hat das Kunstministerium Baden-Württemberg den Etat für die Kunstsammlung des Ministeriums auf 200.000 Euro verdoppelt. Außerdem wurden im Rahmen eines Sonderprogramms zusätzlich 100.000 Euro für Ankäufe nicht-staatlicher Museen ausgelobt. Diese Häuser konnten einen Antrag beim Ministerium stellen. Zusammen mit 13 anderen Museen aus dem Land kam das Bernauer Hans-Thoma-Kunstmuseum zum Zug. Das Haus erhält eine Holzskulptur des Künstlers Thomas Putze als Dauerleihgabe. „Es freut mich sehr, dass wir ein Werk Thomas Putzes dauerhaft bekommen. Es wird unsere Sammlung im Bereich der Gegenwartskunst wesentlich bereichern“, sagte Margret Köpfer, die Leiterin des Museums. „Wegen der Pandemie waren wir gezwungen, die für das Jahr 2020 geplante Putze-Schau zu verschieben. Sie ist jetzt für 2022 geplant, und wir hoffen, dass dieses Mal alles reibungslos über die Bühne geht.“

Ankauf einer Holzskulptur

Thomas Putze wurde 1968 in Augsburg geboren. Er absolvierte zunächst eine Ausbildung als Landschaftsgärtner, bevor er in Wuppertal das Studium der Theologie aufnahm. Später studierte er Bildhauerei an der Stuttgarter Kunstakademie bei den beiden Professoren und Thoma-Preisträgern Werner Pokorny und Micha Ullman. In den Jahren 2005 und 2006 erhielt Putze ein Graduiertenstipendium des Landes Baden-Württemberg. Für sein Werk, das er bereits in zahlreichen Ausstellungen präsentiert hat, wurde Thomas Putze mehrfach ausgezeichnet, so etwa mit dem Kunstpreis der Evangelischen Landeskirche 2012. Werke Putzes wurden u. a. von der Staatsgalerie Stuttgart, dem Forum Kunst Rottweil und der Sammlung LBBW angekauft.

Dass das Thoma-Museum nun eine Holzskulptur von Thomas Putze erhält, ist insofern besonders stimmig, als die künstlerische und kunsthandwerkliche Beschäftigung mit dem Material Holz in Bernau eine lange Tradition besitzt und bis in die Zeit Hans Thomas und über ihn hinaus zurückreicht. Putzes Werk „Rabe auf Bär“ (Linde/Tusche, 2018/2019, 110 x 50 x 45 cm), das künftig ein fester Bestandteil der Bernauer Sammlung sein wird, überschreitet geschickt die Grenzen naturalistischer Darstellung, obwohl es im Detail durchaus eine große realistische Anmutung besitzt. Dadurch eröffnet die Skulptur den Betrachterinnen und Betrachtern einen weiten Verständnis- und Assoziationsrahmen, der sich bis in die Bereiche der Emblematik und Symbolik erstreckt. Thomas Putze sagt über seine Tierbildnisse im Allgemeinen: „Wenn ich mich für Tiere interessiere, tauche ich in den Eindruck von dem wilden Wesen ab, die künstlerische Arbeit ist wie ein Auftauchen in die meist etwas unwirtlichere Realität des Materials und meiner selbst.“ In ihrer Doppelstruktur, die den Raben auf dem Kopf des Bären zeigt, mag die Skulptur im Übrigen an Werke Werner Pokornys erinnern, die gleichfalls zwei oder mehrere Bildelemente, Gefäße zum Beispiel oder Häuser, aufeinanderstapeln. Die Dauerleihgabe des Landes ist jedenfalls ein großer Gewinn für das Bernauer Museum.
 
(C) T. Stephan, BSGHurra!
Seit dem 3. September 2019 gehören die Bernauer Museen der Partnerinitiative des Biosphärengebietes Südschwarzwald an. Wir freuen uns sehr, die ersten Kultureinrichtungen zu sein, die diesem Projekt angehören. Es war eine wunderschöne Feier mit der Übergabe der Urkunden am Holzschneflermuseum Resenhof mit der Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch !
Biosphärengebiet Schwarzwald
 
Ausstellungen
Die Werke von Hans Thoma können Sie immer sehen. Schauen Sie, was das Museum sonst noch bietet.
Infos und Service
Eintritt, Öffnungszeiten und Bildergalerien: Informationen rund ums Museum.
Hans Thoma
Neugierig auf den Maler und Dichter Hans Thoma? Wissenswertes zum Künstler, der 1839 in Bernau geboren wurde.
Kunstpreise
Zwei Auszeichnungen holen moderne Kunst nach Bernau: Hans-Thoma-Preis und Naturenergie-Förderpreis.

Unsere Dauerausstellungen

Hans Thoma: Gemälde, Grafiken, Majolika
Karl Hauptmann: Winterlandschaften
Hans-Thoma-Preisträger mit Otto Dix, Anselm Kiefer, Platino u.v.a.

Wechselausstellungen

Zurück ins Rampenlicht
19.12.2021 - 24.4.2022
Eine kleine Kreisgalerie auf Zeit
Bilder aus der Region von Dischler, Hefner, Bartels u.v.a.

Flattermann
Skulpturen, Zeichnungen und Performance von
Thomas Putze
1.5.2022 - 1.8.2022