Eva Früh, Basar
X








x

Naturenergie-Förderpreis

Schaukasten, Eva Früh, 2016
Der Naturenergie-Förderpreis der Firma Energiedienst aus Rheinfelden (Baden) würdigt, in Erinnerung an Hans Thoma, Kunstschaffende aus dem alemannischen Sprachraum, die bereits auf ein größeres Werk verweisen können sowie eine Weiterentwicklung erwarten lassen.

Dotiert ist er mit 5.000 Euro, bisherige Preisträger waren z.B. Christel-Andrea Steier aus Bernau, Wilhelm Morat aus Titisee-Neustadt.

Der 12. Naturenergie-Förderpreis wird erneut 2018 verliehen, an Eva Früh, Zeichnungen, aus Waldshut, mit Atelier in Basel und Berlin. Der Festakt zur Preisverleihung und die Eröffnung der Ausstellung sind traditionell sonntags während des Hans-Thoma-Festes am 2. Wochenende im August.

Eva Früh: Linie. Fläche. Raum
12.8.2018 - 14.10.2018


Für das Werk von Eva Früh ist die Linie konstitutiv. Über Funktion und Bedeutung der Linie, die viel mehr zu bieten hat, als uns der lateinische Begriff linea („Strich, Richtschnur, Kante“) vermuten lässt, und die auch weit mehr ist als die kürzeste Verbindung zweier Punkte auf einer Oberfläche, können wir bei Walter Benjamin u. a. folgendes nachlesen: „Die graphische Linie ist durch den Gegensatz zur Fläche bestimmt; dieser Gegensatz hat bei ihr nicht etwa nur visuelle sondern metaphysische Bedeutung. Es ist nämlich der graphischen Linie ihr Untergrund zugeordnet. Die graphische Linie bezeichnet die Fläche und bestimmt damit diese indem sie sie sich als ihrem Untergrund zuordnet.“

Tatsächlich definiert Eva Früh mit ihrem Stift, mit den Linien, die sie dem Papier einschreibt, nicht nur Flächen, sondern generiert mit Hilfe einer in hohem Maße persönlichen „Handschrift“ konkrete Räume. Ihre Raum-Zeichnungen entstehen auf einheitlich großen Papierbögen, die die Künstlerin von Ausstellung zu Ausstellung zu neuen Assemblages anordnet und montiert, die frische Akzente setzen, jeweils neue Perspektiven eröffnen.

Eva Frühs Arbeitsinteresse gilt Raumsituationen, Arbeitswelten und öffentlichen Institutionen (u. a. einer Klinik, einem Sozialkaufhaus, einer Stasi-Zentrale, einem Technikmuseum), die ihr bislang unbekannt waren und in denen sie sich dann mit Tuschestift und Zeichenblock mehrere Wochen lang aufhält, um sie zu erkunden: Sehr genau folgt sie den visuellen und semantischen Kanten des jeweiligen Raums. Auf diese Weise entstehen genaue Porträts unserer Gegenwart. Mit Hilfe ihres Kunstverstands und ihres großen handwerklichen Könnens vermittelt die Künstlerin Einblicke in eine Welt, die nicht zuletzt durch verschiedene Berufsfelder, ihre optischen Erkennungsmarken, Zeichensysteme und Räume zu erschließen ist. Eva Frühs Schaffen zeichnet sich gleichermaßen durch Sachlichkeit und eine hohe ästhetische Anmutung aus.

Eva Früh wurde 1969 in Freiburg im Breisgau geboren. Sie studierte von 2001 bis 2004 an der Kunstakademie Basel bei Olga Allenstein und Jan Kolata. Seit 2014 ist sie Mitglied des Künstlerbundes Baden-Württemberg. Sie hat ihre Arbeiten bereits in zahlreichen Ausstellungen in Deutschland und der Schweiz gezeigt. In Bernau präsentiert Eva Früh erstmals auch Malerei. Sie lebt und arbeitet in Waldshut-Tiengen und Berlin.

Dr. Jürgen Glocker

Überblick über die Preisträger

2018Eva Früh
2016Bernd Schumacher
2014Wilhelm Morat
2012Christel Andrea Steier
2010Peter Schütz
2008Gillian White
2006Kolibri
2004Stefan Bergmann
2002Jo Niemeyer
2000Mechthild Ehmann
1998Margeth Stich
1996Josef Briechle