Paul Flora , ein alter Rabe (C) U. Flora
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Momentan können Sie die Dauerausstellung Hans Thoma und Karl Hauptmann besichtigen.
Die Hans-Thoma-Preisträger sind momentan nicht ausgestellt, da die Paul Flora Ausstellung das ganze Dachgeschoss bespielt.
Die NaturEnergie-Förderpreisträger sind in der Rathausgalerie zu finden.
 
Alter Rabe
ab 14. April 2019
Paul Flora - Floras Fauna
Einladung zur Beschäftigung mit einem faszinierenden Werk

Paul Flora war einer der wichtigsten Zeichner und Karikaturisten des 20. Jahrhunderts. Wer kennt sie nicht: seine rabenschwarzen Raben, all die Vögel, Katzen und Kentauren, seine venezianischen Vedouten, die bisweilen an die düsteren Visionen eines Wolfgang Hildesheimer oder eines Thomas Mann erinnern, die mit dünnem oder dickem Strich porträtierten Pestärzte, Tiroler, Maskenträger, Fahrradfahrer und Skipioniere, seine burlesken Architekturphantasien, die auf anmutige Weise melancholischen Landschaften. Floras Werke scheinen uns in ferne fiktionale Welten entführen zu wollen – und halten uns doch zugleich den Spiegel vor.

1922 im südtirolischen Glurns geboren, hätte Paul Flora mit Sicherheit das Gymnasium seiner Vaterstadt besucht, „hätte seine Vaterstadt über ein solches verfügt“, wie Hildesheimer einmal schmunzelnd schrieb. So wurde es das Gymnasium von Innsbruck, an dem man Floras stupende Begabung schnell erkannte. Mit den gymnasialen Lehrinhalten hatte sie freilich wenig nur zu tun. Über jene Zeit sagte Flora selbst: „Mein Desinteresse an der Schule war kaum zu übertreffen, aber immerhin habe ich die Matura gemacht. Die politischen Verhältnisse waren unerfreulich ...“ Selbst die Münchener Kunstakademie aber „hat bei dem robusten Tiroler kein bleibendes Trauma hinterlassen“ (Hildesheimer).

Nach dem 2. Weltkrieg entwickelte sich dann nach und nach das Werk, kam der Erfolg: erste Einzelausstellungen ab 1947 in Österreich, bald auch in Deutschland, etwas später Buch um Buch im Zürcher Diogenes Verlag, ab 1957 vierzehn Jahre lang politischer Karikaturist für die Wochenzeitung DIE ZEIT – mit Nachdrucken im Observer, Dagens Nyheter, Zürcher Tages-Anzeiger, in der New York Times u.v.a. Daneben und danach: Zeichnen, zeichnen, zeichnen. Nach einem langen Leben voller Vergnügen an der Kunst starb Paul Flora vor zehn Jahren, am 15. Mai 2009. Die Bernauer Präsentation bietet die Möglichkeit zur Wiederbegegnung mit einem Zeichner von internationalem Rang.

Dr. Jürgen Glocker
 
 
Paul Flora - ad parnassum (C) U. Flora
Führung mit Dr. Jürgen Glocker

Paul Flora, dessen Werk u. a. auch vom Kunsthistorischen Museum Wien in einer großen Ausstellung gezeigt wurde (2002), war einer der wichtigsten europäischen Zeichner und Karikaturisten des 20. Jahrhunderts. Am 15. Mai 2019 jährt sich sein Todestag zum zehnten Mal. Aus diesem Anlass widmet das Bernauer Hans-Thoma-Kunstmuseum dem Künstler eine große Präsentation, die bis zum 28. Juli 2019 zu sehen sein wird. Gezeigt werden mehr als 90 Werke. Am Sonntag 21. Juli, um 17 Uhr, führt Jürgen Glocker durch die Ausstellung. Wegen der beschränkten Teilnehmerzahl wird um rechtzeitige Anmeldung (hans-thoma-museum@bernau-schwarzwald.de oder Tel. 07675 / 160040) gebeten.

Wer kennt sie nicht: Floras rabenschwarzen Raben, all die Vögel, Katzen und Kentauren, seine venezianischen Vedouten, die bisweilen an die düsteren Visionen eines Thomas Mann oder eines Wolfgang Hildesheimer erinnern, die mit dünnem oder dickem Strich porträtierten Tiroler, Maskenträger, Fahrradfahrer, Skipioniere und Pestärzte, seine burlesken Architekturphantasien, die auf anmutige Weise melancholischen Landschaften.

1922 im südtirolischen Glurns geboren, hätte Paul Flora mit Sicherheit das Gymnasium seiner Vaterstadt besucht, „hätte seine Vaterstadt über ein solches verfügt“, wie Hildesheimer einmal schmunzelnd schrieb. So wurde es das Gymnasium von Innsbruck, an dem Floras stupende Begabung schnell erkannt wurde, die freilich mit den gymnasialen Lehrinhalten wenig zu tun hatte. Über diese Zeit sagte Flora selbst: „Mein Desinteresse an der Schule war kaum zu übertreffen, aber immerhin habe ich die Matura gemacht. Die politischen Verhältnisse waren unerfreulich ...“ Selbst die Münchener Kunstakademie „hat bei dem robusten Tiroler kein bleibendes Trauma hinterlassen“ (Hildesheimer).

Nach dem 2. Weltkrieg entwickelte sich dann nach und nach das Werk, kam der Erfolg: erste Einzelausstellungen ab 1947 in Österreich, bald auch in Deutschland, etwas später Buch um Buch im Züricher Diogenes Verlag, ab 1957 für vierzehn Jahre politischer Karikaturist bei der Wochenzeitung DIE ZEIT – mit Nachdrucken im Observer, Dagens Nyheter, Zürcher Tages-Anzeiger, New York Times u.v.a. Nach einem erfüllten Leben starb Paul Flora vor zehn Jahren, am 15. Mai 2009. Die Bernauer Präsentation bietet die Möglichkeit zur Wiederbegegnung mit einem Künstler von internationalem Rang.

Informationen: Hans-Thoma-Kunstmuseum, Innerlehen, Rathausstraße 18, 79872 Bernau im Schwarzwald; Tel. 07675 160040; .de; Öffnungszeiten: Mittwoch bis Freitag 10.30 bis 12 Uhr und 14.00 bis 17.00 Uhr; Samstag, Sonntag, Feiertag: 11.30 Uhr bis 17.00 Uhr; Montag und Dienstag geschlossen; www.hans-thoma-museum.de
weitere Termine:

Sonntag 21. Juli um 17 Uhr
 
Blumen für Flora
Flora wurde am 29.Juni 1922 im südtirolischen Glurns geboren.
Anlässlich dieses Geburtstages findet im Hans-Thoma-Museum am 29. Juni um 20 Uhr eine Liedersoirée statt unter dem Motto „Blumen für Flora oder kann der Rabe singen?“.
Berthold Weiger, Gesang und Ursula Wäschle-Weiger, Klavier haben im reichen Liederfundus von Georg Kreisler gekramt, um den humoristischen Bildideen Floras die schwarz-humoristischen Texte und Lieder des gebürtigen Wieners gegenüberzustellen. Und so viel sei jetzt schon verraten: Ob Hexen oder Generäle, Bergbewohner oder das venezianische Taubenproblem: Viele der Flora´schen Sujets finden sich in Liedern und Chansons von Kreisler wieder und werden an diesem Abend zu einem bunten, wenngleich auch nicht ganz dornenfreien Strauß gebunden.
Bleibt die Frage, ob der Rabe singen kann: Eine Antwort könnten die satirischen Tierlieder von Brecht in der Vertonung von Dessau geben!
Eintritt frei – Spenden willkommen.
 
Leonhard Paulmichl (C) Paulmichl
Die Finissage zur Bernauer Flora-Ausstellung „Paul Floras Fauna“ wird am 28. Juli 2019 um 11.30 Uhr von Professor Dr. Leonhard Paulmichl gestaltet. Der frühere Intendant des ORF-Studios Vorarlberg (1982-1997) wird an diesem Vormittag Texte von Paul Flora lesen, der nicht nur einer der wichtigsten europäischen Zeichner des 20. Jahrhunderts, sondern auch ein ebenso witziger wie scharfsinniger Schriftsteller war. Das Motto der Lesung lautet „Die welke Pracht“. Es bezieht sich auf einen großen erzählerischen Essay von Paul Flora, der sich mit der wechselhaften Geschichte Venedigs beschäftigt. Bekanntlich spielt die Lagunenstadt, die in früheren Jahrhunderten u.a. unter französischer und österreichischer Verwaltung stand, im zeichnerischen Werk Floras eine zentrale Rolle.