Pflanzenversuchsreihe (C) Hannelore Weitbrecht
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Momentan können Sie die Dauerausstellung Hans Thoma und Karl Hauptmann besichtigen.
Die Hans-Thoma-Preisträger sind im Dachgeschoss mit neuer Beleuchtung - gefördert vom Land Baden-Württemberg zu bewundern.
Die NaturEnergie-Förderpreisträger sind in der Rathausgalerie zu finden.
 
Baumstück[ (C) Hannelore Weitbrecht
In diesem Jahr kann das Hans-Thoma-Fest aufgrund der Corona-Pandemie nicht stattfinden (Wir berichteten). Die Verleihung des NaturEnergie Förderpreises an die Künstlerin Hannelore Weitbrecht soll allerdings über die Bühne gehen.

Freilich sind die Verantwortlichen im Bernauer Rathaus und im Hans-Thoma-Kunstmuseum gehalten, um im Bilde zu bleiben, das Auditorium, das zur Bühne gehört, unter den gegebenen Bedingungen möglichst klein zu halten. Die Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit und die Hygieneregeln, denen öffentliche Veranstaltungen zurecht unterliegen, erlauben es nicht, anders zu planen und zu handeln.

Mit anderen Worten heißt das: Der Festakt und die Eröffnung der Ausstellung von Hannelore Weitbrecht am 9. August werden in einem gewissermaßen familiären Rahmen stattfinden. Bürgermeiser Alexander Schönemann und Museumsleiterin Margret Köpfer bedauern es sehr, dass der Kreis der geladenen Gäste unter diesen Vorzeichen im Jahr 2020 ausnahmsweise klein ausfallen muss und dass die Sonderausstellung der Preisträgerin Hannelore Weitbrecht für das allgemeine Publikum erst ab dem 12. August geöffnet ist: „Wir bitten alle Freundinnen und Freunde unseres Kunstmuseums herzlich um Verständnis. Und wenn 2021 die nächste Verleihung des Hans-Thoma-Staatspreises stattfindet, haben wir, so ist zu hoffen, die Pandemie überwunden. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen.“

In diesem Jahr wird Edmund Martin von der Energiedienst Holding AG (Rheinfelden) den Preis verleihen. Der Waldshuter Kulturvermittler Dr. Jürgen Glocker wird die Laudatio auf die Preisträgerin halten.

Eine gute Wahl

Die vom Hochrhein stammende und in Kirchheim / Teck lebende Künstlerin Hannelore Weitbrecht ist im Hinblick auf Naturobjekte und Naturinstallationen eine Pionierin. Lange Zeit vor der emphatischen Fokussierung der Natur durch die Kultur, lange vor dem zeitgenössischen Nature Writing angelsächsischer und deutscher Provenienz, lange auch vor den Naturkunden von Judith Schalansky oder vor den neueren Texten von Esther Kinsky hat Hannelore Weitbrecht damit begonnen, ihr vielgestaltiges Werk zu entwickeln und immer weiter zu differenzieren. Schon zu Beginn der neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts hat sich die landauf, landab bekannte Künstlerin der Objektkunst zugewandt. Sie hat die Landart gewissermaßen in die Museen und Galerien geholt. Das gilt sowohl für ihre unmittelbar oder mittelbar aus der Natur stammenden fragilen Materialien als auch für die Themen, denen sie sich stellt.

Parallel zur Natur baut Hannelore Weitbrecht in ihrer Kunst-Welt Ordnungen auf, die in abstrakter Gestalt die sichtbare, natürliche Welt und zugleich unsere Gesellschaft reflektieren. Sie versucht Ordnung zu schaffen. Ordnung in die unendlich große und vielfältige, vor Fülle schier berstende Dingwelt zu bringen. In die komplexe Fülle unseres modernen Lebens ordnend einzugreifen. Hannelore Weitbrecht stellt Leben als das aus, was es ist und was es ausmacht: voller Schönheit und Zerbrechlichkeit, Verletzlichkeit, Vergänglichkeit. Ihre Werke sind so vielschichtig und komplex wie unsere Welt, wie unsere Geschichte. Insofern sind ihre Arbeiten unter anderem auch ein gutes Gegenmittel gegen jede Form von Populismus. Die gebürtige Waldshuterin Hannelore Weitbrecht ist eine Künstlerin von internationalem Rang. Die Jury des NaturEnergie-Förderpreises hat eine ausgezeichnete Wahl getroffen.