Bernau Hans-Thoma-Kunstmuseum Gemaelde Hans Thoma Blick nach St. Blasien 1871.jpg
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Conrad Schierenberg
Zwischen Höll und Himmel
4. März 2018 bis 1. Mai 2018

Das Porträt einer künstlerischen Landschaft:
Das Hans-Thoma-Kunstmuseum zeigt:
„Zwischen Höll und Himmel“


Im Rahmen dieser Ausstellung wird eine wichtige künstlerische Landschaft im deutschen Südwesten porträtieren: den Dachsberg. Unter dem Titel „Zwischen Höll und Himmel“ werden Werke der zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstler Peter Schütz, Janina Flösser, Roswitha Herrmann, Mechthild Ehmann und Conrad Schierenberg präsentiert.

Es geht um die Dachsberger Landschaft und ihre Schönheit. Es geht aber vor allem auch um den Umstand, dass der Dachsberg schon lange eine Region ist, in der wichtige Künstler beheimatet sind. Der Titel der Schau, der die bekannte Formel „zwischen Himmel und Hölle“ bewusst variiert, lässt bereits das Besondere der Ausstellung erkennen: In Rede steht eine Präsentation, die deutlich macht, dass die Landschaft des Dachsbergs ebenso vom weiten Himmel des Südschwarzwalds geprägt wird wie von tiefen Tälern, denn der Ortsteil „Höll“ beispielsweise, in dem im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts eine wichtige Künstlerkolonie angesiedelt war, liegt in einem markanten Taleinschnitt. Und wie alle Menschen auf Erden sind eben auch die Künstler zwischen Hölle und Himmel zuhause. Sie sind es, die mit ihrer Kunst die Existenzbedingungen des Menschen ausloten. Die Vernissage zur Ausstellung findet am 4. März 2018 um 11 Uhr 15 statt.

Roswitha Herrmann wurde 1930 geboren und studierte nach dem Abitur an der Kunstakademie und an der Technischen Hochschule Stuttgart. Bis 1975 unterrichtete sie am Gymnasium in Hausach. Dann zog sie auf den Dachsberg um und arbeitete bis 1984 am Kolleg St. Blasien. 1992 eröffnete Roswitha Herrmann ihre Galerie Oberlichtberg in Finsterlingen.

Conrad Schierenberg wurde 1937 geboren. Er verbrachte seine Kindheit in Menzenschwand und arbeitete schon früh als Knecht, Kuhhirte und Holzfäller. Irgendwann floh er, erlernte das Malen und verbrachte dann lange, erfolgreiche Jahre als freier Künstler in London. Heute lebt der mehrfach ausgezeichnete Künstler und Schriftsteller zurückgezogen auf dem Dachsberg.

Der Schweizer Peter Schütz wurde 1960 geboren. Er wohnt in Görwihl-Niederwihl und bewegt sich künstlerisch an der Schnittstelle von Einfachheit und Direktheit. Seine neuesten Bilder lassen sich ebenso als Landschaften lesen wie als Reflexionen über das Verhältnis zwischen Menschen und Tieren. 2010 erhielt Peter Schütz den in Bernau vergebenen NaturEnergie-Förderpreis.

Mechthild Ehmann wurde 1963 geboren. Nach dem Abitur in St. Blasien absolvierte sie eine Steinmetzlehre (Dombauhütte Schwäbisch Gmünd) und das Studium der Bildhauerei an der Kunstakademie Stuttgart. Heute lebt und arbeitet sie als freie Künstlerin auf dem Dachsberg. Ihre Materialien sind Stein, Bronze und Glas. Mechthild Ehmann wurde mit dem NaturEnergie-Förderpreis (2000), mit dem Preis der Bräunlich-Bieser-Stiftung (2017) und anderen, auch internationalen Preisen ausgezeichnet.

Janina Flösser, geb. Büchele, wurde 1990 geboren. Sie stammt vom Dachsberg und legte das Abitur am Kolleg St. Blasien ab. Janina Flösser machte eine Ausbildung zur Holzbildhauergesellin an den Schulen für Holz und Gestaltung des Bezirks Oberbayern in Garmisch-Partenkirchen und ist heute freiberuflich als Bildhauerin tätig. 2014 erhielt sie den Bayerischen Staatspreis. 2015 nahm sie am Symposium St. Blasien teil.

Am Mittwoch, dem 28. März 2018, wird im Rahmen der Ausstellung eine Wanderung mit der Ortsgruppe Bernau des Schwarzwaldvereins auf dem Dachsberg inklusive eines Atelierbesuchs bei Mechthild Ehmann und Conrad Schierenberg in Happingen angeboten. Treffpunkt ist um 13 Uhr bei der Fa. Schmid-Volk in Bernau-Weierle (Fahrgemeinschaft).

Und als Finissage finden am Dienstag, 1. Mai, 16 Uhr, im Museum eine Autorenlesung und eine Signierstunde mit Conrad Schierenberg statt.

Vom 13. Mai bis zum 29. Juli 2018 wird, wie das Hans-Thoma-Kunstmuseum weiter mitteilte, das Thema „Dachsberg“ in Bernau weiter vertieft. Denn dann wird die Ausstellung „Babberger und die Höll“ zu sehen sein. Bekanntlich zählt August Babberger zu den bedeutenden Vertretern des Expressionismus im deutschen Südwesten und in der Innerschweiz. Ihm und den anderen Künstlern der Malerkolonie „Höll“ gilt diese Präsentation.

Hans-Thoma-Kunstmuseum, Innerlehen, Rathausstraße 18,79872 Bernau im Schwarzwald; Tel. 07675 160040; www.hans-thoma-museum.de;

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Freitag: 10.30 bis 12.00 Uhr und 14.00 bis 17.00 Uhr; Samstag, Sonntag, Feiertag: 11.30 bis 17.00 Uhr. Montag und Dienstag bleibt das Museum geschlossen. Fällt ein Feiertag auf einen Montag, ist das Museum geöffnet.


Jürgen Glocker
 
Blick über die Höll
Babberger und die Höll
Ausstellung mit Bildern von August Babberger und seinen Künstlerkollegen von der Höll Gudden, Hoffmann und Brasch von Urberg
August Babberger zählt zu den bedeutenden Vertretern des Expressionismus im deutschen Südwesten und in der Innerschweiz. 1885 in Hausen im Wiesental bei Lörrach geboren und 1936 in Altdorf gestorben, gehörte er zu Lebzeiten zu den wichtigsten Künstlerpersönlichkeiten der Klassischen Moderne – heute ist er jedoch fast in Vergessenheit geraten.
1921 erwirbt August Babberger das Gebäude „Tirol“ in dem Dachsberger Ortsteil Höll.
Nun war die Künstlerkolonie „Höll“ beisammen. In Gudden, Hoffamnn und Brasch findet Babberger geistesverwandte, eigenwillige Künstlernaturen, die wie er eine ausgeprägte Neigung zum Aufsuchen vorzivilisatorischer, unberührter und urwüchsiger Landschaftsräume sowie zum bewussten Absondern von der Betriebsamkeit der städtischen Kunstzentren aufweisen.
 
Schaukammer, 2016, Eva Früh
NaturEnergie-Förderpreis 2018
Verleihung am 70. Hans -Thoma-Fest am 12.8.2018 an Eva Früh
bis 14.10.2018
Eva Früh: Linie. Fläche. Raum

Eva Früh: Linie. Fläche. Raum


Für das Werk von Eva Früh ist die Linie konstitutiv. Über Funktion und Bedeutung der Linie, die viel mehr zu bieten hat, als uns der lateinische Begriff linea („Strich, Richtschnur, Kante“) vermuten lässt, und die auch weit mehr ist als die kürzeste Verbindung zweier Punkte auf einer Oberfläche, können wir bei Walter Benjamin u. a. folgendes nachlesen: „Die graphische Linie ist durch den Gegensatz zur Fläche bestimmt; dieser Gegensatz hat bei ihr nicht etwa nur visuelle sondern metaphysische Bedeutung. Es ist nämlich der graphischen Linie ihr Untergrund zugeordnet. Die graphische Linie bezeichnet die Fläche und bestimmt damit diese indem sie sie sich als ihrem Untergrund zuordnet.“

Tatsächlich definiert Eva Früh mit ihrem Stift, mit den Linien, die sie dem Papier einschreibt, nicht nur Flächen, sondern generiert mit Hilfe einer in hohem Maße persönlichen „Handschrift“ konkrete Räume. Ihre Raum-Zeichnungen entstehen auf einheitlich großen Papierbögen, die die Künstlerin von Ausstellung zu Ausstellung zu neuen Assemblages anordnet und montiert, die frische Akzente setzen, jeweils neue Perspektiven eröffnen.

Eva Frühs Arbeitsinteresse gilt Raumsituationen, Arbeitswelten und öffentlichen Institutionen (u. a. einer Klinik, einem Sozialkaufhaus, einer Stasi-Zentrale, einem Technikmuseum), die ihr bislang unbekannt waren und in denen sie sich dann mit Tuschestift und Zeichenblock mehrere Wochen lang aufhält, um sie zu erkunden: Sehr genau folgt sie den visuellen und semantischen Kanten des jeweiligen Raums. Auf diese Weise entstehen genaue Porträts unserer Gegenwart. Mit Hilfe ihres Kunstverstands und ihres großen handwerklichen Könnens vermittelt die Künstlerin Einblicke in eine Welt, die nicht zuletzt durch verschiedene Berufsfelder, ihre optischen Erkennungsmarken, Zeichensysteme und Räume zu erschließen ist. Eva Frühs Schaffen zeichnet sich gleichermaßen durch Sachlichkeit und eine hohe ästhetische Anmutung aus.

Eva Früh wurde 1969 in Freiburg im Breisgau geboren. Sie studierte von 2001 bis 2004 an der Kunstakademie Basel bei Olga Allenstein und Jan Kolata. Seit 2014 ist sie Mitglied des Künstlerbundes Baden-Württemberg. Sie hat ihre Arbeiten bereits in zahlreichen Ausstellungen in Deutschland und der Schweiz gezeigt. Eva Früh lebt und arbeitet in Waldshut-Tiengen und Berlin.

Dr. Jürgen Glocker
 
Kleine Festung Europa
vom 21. Oktober 2018 bis 6. Januar 2019
Objekte und Zeichnungen von Reinhold Ulmschneider
Reinhold Ulmschneiders Bildsprache ist unübersehbar die Welt der Architektur, die fast eine untrennbare Symbiose mit der Natur eingeht. Das Hauptmaterial des Rotweiler Künstlers ist banaler Verpackungskarton, der virtuose Verwandlung und Veredeleung erfährt und sich mit ausgemusterten Naturmaterialien wie Rind, Wurzel, Sand und Pflanzenfossilien harmonisch und kontrastreich zugleich paart. So entstehen Miniaturen, die zu Bühnen und Kulissen werden für Erlebnisräume bei Künstler und Betrachter gleichermaßen, die blitzartig aus der Alltagswahrnehmung entführen können.