Bernau Hans Thoma Kunstmuseum Gemälde Karl Hauptman: Bernau im Winter 1919
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Rabe
Floras Fauna
Einladung zur Beschäftigung mit einem faszinierenden Werk
14.4.2019 - 28.7.2019


Paul Flora war einer der wichtigsten Zeichner und Karikaturisten des 20. Jahrhunderts. Wer kennt sie nicht: seine rabenschwarzen Raben, all die Vögel, Katzen und Kentauren, seine venezianischen Vedouten, die bisweilen an die düsteren Visionen eines Wolfgang Hildesheimer oder eines Thomas Mann erinnern, die mit dünnem oder dickem Strich porträtierten Pestärzte, Tiroler, Maskenträger, Fahrradfahrer und Skipioniere, seine burlesken Architekturphantasien, die auf anmutige Weise melancholischen Landschaften. Floras Werke scheinen uns in ferne fiktionale Welten entführen zu wollen – und halten uns doch zugleich den Spiegel vor.

1922 im südtirolischen Glurns geboren, hätte Paul Flora mit Sicherheit das Gymnasium seiner Vaterstadt besucht, „hätte seine Vaterstadt über ein solches verfügt“, wie Hildesheimer einmal schmunzelnd schrieb. So wurde es das Gymnasium von Innsbruck, an dem man Floras stupende Begabung schnell erkannte. Mit den gymnasialen Lehrinhalten hatte sie freilich wenig nur zu tun. Über jene Zeit sagte Flora selbst: „Mein Desinteresse an der Schule war kaum zu übertreffen, aber immerhin habe ich die Matura gemacht. Die politischen Verhältnisse waren unerfreulich ...“ Selbst die Münchener Kunstakademie aber „hat bei dem robusten Tiroler kein bleibendes Trauma hinterlassen“ (Hildesheimer).

Nach dem 2. Weltkrieg entwickelte sich dann nach und nach das Werk, kam der Erfolg: erste Einzelausstellungen ab 1947 in Österreich, bald auch in Deutschland, etwas später Buch um Buch im Zürcher Diogenes Verlag, ab 1957 vierzehn Jahre lang politischer Karikaturist für die Wochenzeitung DIE ZEIT – mit Nachdrucken im Observer, Dagens Nyheter, Zürcher Tages-Anzeiger, in der New York Times u.v.a. Daneben und danach: Zeichnen, zeichnen, zeichnen. Nach einem langen Leben voller Vergnügen an der Kunst starb Paul Flora vor zehn Jahren, am 15. Mai 2009. Die Bernauer Präsentation bietet die Möglichkeit zur Wiederbegegnung mit einem Zeichner von internationalem Rang.

Dr. Jürgen Glocker
 
Der Krieg, 2017
Hans Thoma Preis 2019
Christa Näher - Schwarze Wanderung
Die Ausstellung der diesjährigen Hans Thoma Preisträgerin Christa Näher wird unter dem Motto „Schwarze Wanderung“ vom 11.8.2019 bis 13.10.2019 zu sehen sein. Christa Näher wurde 1947 in Lindau geboren. Sie studierte an der Hochschule der bildenden Künste in Berlin. Mit ihren Werken ist Christa Näh seit Jahrzehnten international auf Ausstellungen vertreten. Sie war Teilnehmerin der documenta 1992 und hatte bis 2014 eine Professur an der Städelschule in Frankfurt inne.
 
Jürgen Brodwolf
Wiedersehen in Bernau
Hans-Thoma-Preisträger 1981
27.10.2019 - 19.4.2020
 
Thomas Putze
Bildhauer