Bernau Hans-Thoma-Kunstmuseum Gemaelde Hans Thoma Heuernte - wenn´s aufhört zu regnen, dann auch in Bernau !!!
X






x

Was es demnächst im Hans-Thoma-Museum zu sehen gibt

 
Helmut Müller-Wiehl, Bernau
Helmut Müller-Wiehl
Winterbilder

Der 1923 geborene Künstler studierte an der Reimann-Schule Berlin und an der Kunstakademie Berlin.
1970 wurde ihm der Hans-Thoma-Staatspreis des Landes
Baden-Württemberg verliehen. Seine Werke wurden in vielen
Einzelausstellungen gezeigt, unter anderem in München, Frankfurt,
Düsseldorf, Freiburg und Zurzach/Schweiz, viele Gemälde befinden
sich in öffentlichen Sammlungen.
Helmut Müller-Wiehl verstarb 1998 in Donaueschingen.
Sein gesamter künstlerischer Nachlass befindet sich im Besitz
des Bernauer Hans-Thoma-Kunstmuseums. Zur Wahrung dieses
Vermächtnisses werden Müller-Wiehls Werke wiederkehrend in
Ausstellungen präsentiert.
Dieses Mal werden passend zur Saison Bilder mit Wintermotiven gezeigt, ob von der Baar, aus Graubünden oder aus dem Schwarzwald.
Charakteristisch an seinen Bildern ist die Einfachheit der Formensprache, die mit gekonnter Abstraktion des noch Gegenständlichen gekoppelt ist und den Blick des Betrachters magisch anzieht.
Die Bilder sind in Öl auf Leinwand gemalt.
vom 11.12.2016 bis 26.2.2017
 
Mondscheingeiger ? (C) Katrin Gerz
5.3. 2017 bis 23.4.2017
Demtsiu trifft Thoma
Bei einem Künstlerprojekt 2006 in Bernau mit ukrainischen Künstlern
schaffte vor allem Mikailo Demtsiu viele Gemälde,
die z.T. Motiven von Thoma nahe stehen oder von ihnen inspiriert wurden.
Diese werden nun - gute 10 Jahre später - hier im Museum gegenübergestellt.
mit abwechslungsreichem intermusealen Begleitprogramm
 
Abi Shek, o.T. (C) Katja Ritter
vom 7.5.2017 bis 30.7.2017
Abi Shek
Grafiken und Skulpturen
Gerinnende Zeit

Einmal im Jahr muss Abi Shek heimfliegen. Heim von Stuttgart nach Israel zu seinen Eltern, in sein Land, in das zu gelangen seiner Familie einst unmenschlicher Zoll abverlangt wurde. Als Künstler verdankt Abi Shek Israel wohl mehr als Deutschland. 1965 in Rehovot als Sohn eines Künstlerpaares geboren und in einem Kibbuz aufgewachsen, prägte neben seinen Eltern auch der expressionistische, aus Berlin nach Palästina emigrierte Künstler Rudi Lehmann seinen kindlichen Blick auf die Welt. Neben dessen Holzschnitten und Tierskulpturen faszinierten Abi aus Abfällen und Blech phantasievoll gebasteltes Spielzeug von Nachbarkindern. Mit der Holzschneiderei hatte er längst begonnen, als ihn 1990 der israelische Künstler Micha Ullman an der Stuttgarter Akademie aufnahm und förderte. Während sein Professor, zu dessen Meisterschülern Abi Shek zählte, heute wieder in Israel, in Ramat Hasharon, lebt, blieb Abi der Liebe wegen in Deutschland. So fliegt er denn einmal im Jahr mit Frau und den zwei Kindern heim. Sonst würde er krank, sagt er.
Betrachtet man die großformatigen Zeichnungen und Holzschnitte Abi Sheks und hat zugleich Arbeiten Ullmans, etwa das ergreifende Berliner Denkmal zur Bücherverbrennung oder seine Arbeiten mit der Materie Erde vor dem inneren Auge, erkennt man augenblicklich eine geistige Verwandtschaft. Beide, Ullman und Shek, treiben ihre Arbeiten auf den formalen Punkt zu, wo Schlichtheit bzw. Klarheit mit ästhetischer Erfüllung gleich wird. Man könnte auch Schönheit sagen, wenn das Wort nicht schrecklich verhurt worden wäre.
Abi Sheks Schönheitsvorstellungen sind jedenfalls an Dingen geschult, die entstanden, als es das Wort Schönheit noch gar nicht gab oder einige Schriftgelehrte Buchstaben zeichengleich zu Begriffen zusammensetzten. Daheim in Israel, ziehen sein Vater und er regelmäßig durchs Land, um archäologische Zeugnisse zu finden – sie reichen zurück bis in die früheste Steinzeit. Doch mit landläufiger Heimatkunde haben diese Besuche alter Siedlungsplätze und Höhlen nichts zu tun. Denn zu finden sind dort nicht nur Faustkeile, Äxte oder kultische Gegenstände historischer Gesellschaften, sondern Zurückgelassenes aus steinalten Konflikten, von Lebensproblemen, von Geist, Macht und Fortschritt – von Sozietäten und ihren archaischen Fragen, die Abi Shek und uns bis heute beschäftigen: Sie haben ihre Relevanz erhalten.

Exakt dieses Archaische zu treffen und die Zeit gerinnen zu lassen, ist das Ziel von Abis Kunst. Bemerkenswert sind die Annäherungen von Holzschnitten und Plastiken in der letzten Zeit: Dass Abi der Dreidimensionalität misstraut, wird immer stärker sichtbar. Beim Drucken verwendet er am liebsten Leinwand: dessen Struktur schafft Tiefe, Papier ist ihm oft zu „kultiviert“. Auch die Holzschnitte verweisen in die archaisch unverfälschte kulturelle Vorzeit: Es geht Abi Shek auf den Leinwänden wie auf den Papierarbeiten zum einen darum, eng begrenzte Bewusstseinsräume durch Motive zu erweitern, die möglicherweise in uns verborgen sind. Zum anderen scheinen sie uns in ihrer Größe und klaren Präsenz unmittelbar anzugehen. Manche Fabelwesen scheinen darunter zu sein, Fabelwesen, wie sie seit 600 Jahren vor der Zeitrechnung der griechische Dichter Äsop ersann, um den Menschen listenreich einen Spiegel ihrer Kultur vorzuhalten. Abi ist auch so ein Listreicher. Seine großartige Arbeiten tragen keine Titel: Die Heimatkunde, um die er weiß, muss jeder in sich selber suchen.

BURKHARD BALTZER

Abi Shek
1965 geboren in Rehovot, Israel;
1990 bis 1998 diverse Studiengänge an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart,
zuletzt 1996-98 Aufbaustudium (Bildhauerei) bei Prof. Micha Ullman, Hans Thoma Preisträger 2005
lebt und arbeitet seit 1990 in Stuttgart.
 
Platino im Zeppelin Museum
(c) Platino
Der Hans-Thoma Preis 2017 wird am 13. August 2017 an den Stuttgarter Künstler Platino verliehen.

à travers l’autre / durch einander

Vom 14. August bis zum 8. Oktober zeigt das Hans-Thoma-Kunstmuseum die Ausstellung „à travers l’autre / durch einander“ des Stuttgarter Künstlers und Hans-Thoma-Preisträgers Platino (*1948 in Öhringen). Die Ausstellung wird im Anschluss an die Preisverleihung eröffnet, die am 13.August 2017 ab 11 Uhr im Kurpark in Bernau im Schwarzwald stattfindet.

Platino arbeitet zwischen den Bereichen von Malerei, Skulptur, Installation, Fotografie, architektonischer und urbaner Intervention. Er entwickelt seine Ausstellungen grundsätzlich ortsbezogen. Sie entstammen einem künstlerischen Prozess, der von der ortsspezifischen Arbeit in und an den Spaces (Platinos Arbeits- und Lebensräumen) zu deren Übertragung in Fotografien (den Externs) führt, und über deren Installationen und ortsspezifische Farbinterventionen zu integralen Ausstellungsformaten. Im Hans-Thoma-Museum werden sich ungewöhnlich platzierte, farbkräftige Externs, Fremdkörper im Ausstellungsraum, mit farblich-architektonischen Eingriffen im vorhandenen Raum verflechten, diesem begegnen, ihn befragen, überlagern und zu einem komplexen Erfahrungsraum machen. Dazu lotet Platino die Dachgeschosssituation der Räume neu aus...
Siehe auch unter "Hans Thoma Kunstpreis"
bis 8. Oktober